Sophienblatt

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Anno 1658, 28. Aug. ist ein polnischer Major, welcher mit einem Obr. Lieutenant, Boffert genannt,auf dem sogenannten „Salvienblade“ bey der S. Jürgens Kirche Kugeln gewechselt und …….
1789 Bereits auf der „Topographisch Militärischen Charte des Herzogtums Holstein (1789 – 1796)“ Nr. 21 von Maj. Gustav Adolf v.Varendorf bis zur Hamburger Chaussee eingezeichnet. (ohne Straßennamen)
1835 erstmals aufgeführt im Kieler Stadt- und Adb.
1835 Klinke – Hamburger Chaussee
(Neue Straße/Böttcherwiese/Weg zur Felsenhalle)
1950 Neue Straße – Hamburger Chaussee
1954 Andreas-Gayk-Straße – Hamburger Chaussee
Der Name entstand aus dem lateinischen salvia, eine zum Bierbrauen benutzte Hopfenart, die auf den Äckern hier angebaut wurde. Aus Salvienblatt, Sefienblatt entwickelte sich Sophienblatt. Die Straße, die in der „Confirmatio-Christiani-Alberti“ als Sankt-Jürgens-Steindamm erscheint, trägt lautlich mehrfach wechselnde Formen. 1425 ein Hopfengarten „In deme salvygenblade“; 1665 bei Caeso Gramm „Salbienblade“;
1766 auf Thiessens Karte Sophien-Blatt.
Zugrunde liegt die zur Bierbereitung (vergl. Hummelwiese, Cacabellenweg) benutzte ’salvia‘ = Salbei, die in mnd. Form sefie genannt wurde und im Plattdeutschen heutzutage noch in mundartlicher Verdrehung Sofie, Soffee u. ä.
lautet nach dem Mädchennamen, mit dem aber keinerlei Verwandtschaft besteht. (StK)
≡ Sophienblatt um 1840 :
Durch die 1832 erbaute Chaussee war eine ganz erhebliche Verbesserung des Verkehrswesens geschaffen worden, man gelangte in neun Stunden von Altona nach Kiel. Beim Rondeel erreichte man zwar die Grenze der Stadt, doch erst in der Nähe des Kirchhofes zeigten sich einzelne Häuser, so die Oelmühle von Diederichsen (jetzt Brauerei), neben dem neuen Teil des Friedhofs das später „Geisterhalle“ benannte Gewese, gegenüber dem Friedhof die vom Advokaten Koch zu Anfang des Jahrhunderts erbauten Häuser. ……. Dann kam das Baumhaus, hierauf noch einige kleinere Häuser und der Schnakenkrug und von da ab war wieder unbebautes Land bis zum Ziegelteich. Die nach dem Wasser zu gelegene Straßenseite zeigte mehr Häuser, wenn auch zum größten Teil Gartenhäuser. Vom Friedhof führte eine Pappelallee bis zum Ziegelteich. Der 1793 angelegte Friedhof war bereits zu klein geworden und ward 1836 erheblich vergrößert.
© Kieler Straßenlexikon

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